Frische Feigen aus der Türkei: Saison und Kühlkette

Frische Feigen aus der Türkei: Saison und Kühlkette
BeiträgeSeptember 17, 2026·4 Min. Lesezeit

Frische Feigen sind die zeitkritischste Ware im Obstexport. Eine Feige reift nach der Ernte nicht nach, und ihre Haltbarkeit bemisst sich in Tagen, nicht in Wochen. Was einen Feigenexporteur vom anderen unterscheidet, ist deshalb weniger die Plantage als die Zeit zwischen Ernte und Kühlraum. Dieser Leitfaden führt Importeure durch Sorte, Saison, Ernte, Lagerung, Verpackung und Qualität.

Bursa-Feige: die Sorte hinter dem türkischen Frischexport

Die Türkei ist der größte Feigenexporteur der Welt. Bei Trockenfeigen dominieren die gelben Sorten der Ägäis, im Frischgeschäft führt die schwarze Bursa-Feige (Bursa Siyahı). Die Frucht ist groß, die Schale dunkelviolett, das Fruchtfleisch rot. Ihre Schale ist fester als bei den meisten anderen Sorten. Sie übersteht den Transport gut und zeigt im Regal das Bild, das der europäische Handel erwartet.

Das Feigenprogramm von Hatipoğlu Tarım beruht auf Früchten, die nach Größe, unversehrter Schale, Reife und Oberflächenqualität ausgewählt werden. Einer der fünf Betriebe des Unternehmens liegt in Yenişehir in der Provinz Bursa.

Feigensaison in der Türkei: Juni bis Oktober

Die Saison beginnt im Juni in den frühen Anbaugebieten und reicht bis in den Oktober. Die größten Mengen fallen im August und September an; in diese Monate fällt auch die Haupternte der Bursa-Feige. Gegen Saisonende werden die Nächte kühler, Tau und Regen nehmen zu. Nasse Früchte faulen leichter. In den letzten Wochen wird deshalb strenger sortiert, und die Versandmengen gehen zurück.

Für den Einkauf heißt das: Wochenprogramme lassen sich für August und September gut planen. Verladungen im Juni und Oktober fallen kleiner aus und sollten vorab abgestimmt werden.

Ernte: zweimal täglich, von Hand, direkt in die Schale

Feigen für den Frischmarkt werden fast vollreif gepflückt. Zu früh geerntete Früchte entwickeln kein Aroma, zu spät geerntete werden unterwegs weich. Schalenfarbe und Festigkeit des Fruchtfleischs zeigen die Reife an: Die Feige muss ausgefärbt sein und auf leichten Fingerdruck nachgeben, ohne Druckstellen zu bekommen.

Geerntet wird zweimal am Tag, morgens und am späten Nachmittag. Jede Feige wird mit Stiel von Hand gepflückt und noch an der Plantage in eine einlagige Schale gesetzt. In dieser Schale erreicht sie den Kunden. Ein zweites Mal wird die Frucht nicht angefasst, denn jeder Griff hinterlässt Spuren auf der Schale. Fallobst kommt nicht in die Frischware.

Kühlung und Lagerung: 0 °C bei 90–95 % Luftfeuchte

Die optimale Lagertemperatur für Feigen liegt bei −1 bis 0 °C, die relative Luftfeuchte bei 90–95 %. Empfohlen wird, die Früchte unmittelbar nach der Ernte mit Druckluftkühlung auf 0 °C zu bringen. Unter diesen Bedingungen halten frische Feigen in normaler Atmosphäre ein bis zwei Wochen, je nach Sorte und Reifegrad bei der Ernte.

Diese Frist bestimmt die Logistik. Märkte, die in wenigen Tagen auf der Straße erreichbar sind, werden per Kühl-Lkw beliefert; weiter entfernte Märkte erhalten frische Feigen per Luftfracht. Oberhalb von 5 °C beschleunigen sich Weichwerden und Fäulnis. Die Kühlkette darf deshalb auch an der Laderampe nicht abreißen. Den gesamten Weg beschreibt unser Beitrag zur Kühlkette im Export von Obst und Gemüse.

Verpackungsoptionen

Feigen werden einlagig verpackt. Drei Formate stehen zur Wahl:

  • 30 × 40 × 14 cm Karton
  • 40 × 60 × 10 cm Karton
  • 30 × 50 × 22 cm Kunststoffkiste

Jede Feige liegt in einer eigenen Mulde und berührt die Nachbarfrucht nicht. Die Stückzahl je Karton richtet sich nach dem Kaliber; sortiert wird nach der Stückzahl, die der Kunde vorgibt.

Mängel, auf die Einkäufer achten sollten

Bei einer Feigenpartie ist auf Schalenrisse, Sonnenbrand, Vogelfraß, welke Stiele und säuerlichen Geruch zu achten. Das Sauerwerden geht auf Hefen und Bakterien zurück, die Essigfliegen in die Frucht tragen; man erkennt es am Geruch nach Alkohol oder Essig. Rissige Schale ist eine Eintrittspforte für Schimmel. Betroffene Früchte werden in zwei Stufen aussortiert: zuerst in der Plantage, dann noch einmal an der Packlinie.

Welche Nachweise der Handel verlangt, lesen Sie im Beitrag Zertifikate für Obst- und Gemüselieferanten.

Feigen-Export: von der Ernte bis zur Verladung

Der Export von frischen Feigen aus der Türkei läuft in sechs Schritten: Ernte, Kühlung, Sortierung, Verpackung, Kühllagerung und Versand in geschlossener Kühlkette. Als Feigen-Exporteur und Lieferant aus der Türkei führt Hatipoğlu Tarım alle Schritte in den eigenen Betrieben aus, aus einer Hand. Bei der Zuteilung von Exportware werden Zielmarkt, Vertriebskanal und Transitzeit des Kunden gemeinsam betrachtet; jede Partie für Europa wird zusätzlich auf Rückstände untersucht.

Für ein Angebot benötigen wir sechs Angaben: Sorte, Kaliber, Verpackung, Wochenmenge, Lieferwoche und Bestimmungsland. Liegen sie vor, erstellen wir Verladeplan und Angebot.

Hatipoğlu Tarım exportiert seit 2002 frisches Obst und Gemüse aus Antalya. Unter der Marke FİNİKE gehen 128 Produktlinien in 42 Länder; Ernte, Sortierung, Kühllagerung und Versand laufen in fünf eigenen Betrieben in Serik, Kepez, Mavikent, Yenişehir und Alaşehir zusammen.

Nennen Sie uns Kaliber, Verpackung und Lieferwoche — wir senden Ihnen den Saisonplan und den Preis.