Türkische Kirschen: Saison, Kaliber und Kühlkette

Türkische Kirschen: Saison, Kaliber und Kühlkette
BeiträgeSeptember 17, 2026·4 Min. Lesezeit

Der Kirschenexport ist ein Geschäft, dessen Frist der Stiel setzt: Er muss grün bleiben. Die Türkei ist der größte Kirschenproduzent der Welt. Wer aber einen Karton öffnet, schaut nicht auf Produktionszahlen, sondern zuerst auf die Farbe des Stiels und die Festigkeit der Frucht. Über beides entscheiden die ersten Stunden nach der Ernte. Dieser Leitfaden führt Importeure durch Sorte, Saison, Kaliber, Kühlung und Verpackung.

Die Exportsorte: 0900 Ziraat

Die Exportkirsche der Türkei heißt 0900 Ziraat; im europäischen Handel kennt man sie schlicht als „türkische Kirsche”. Die Frucht ist groß und herzförmig, das Fruchtfleisch fest, die Farbe ein glänzendes Dunkelrot. Dank dieser Festigkeit übersteht sie sowohl die Sortieranlage als auch einen langen Transportweg. Die meisten Exportprogramme bauen auf dieser Sorte auf.

Im Kirschenprogramm von Hatipoğlu Tarım werden die Früchte nach Größe, Farbe, Festigkeit, Stielfrische und unversehrter Oberfläche ausgewählt.

Kirschensaison in der Türkei: Mai bis August

In einer einzelnen Anlage wird nur wenige Wochen lang gepflückt. Verlängert wird die Saison durch die Höhenlage. Im Mai beginnen die frühen Anlagen in niedrigen, warmen Lagen. Der Juni ist der Haupterntemonat. Im Juli und Anfang August wandert die Ernte in die Hochlagen. Weil aus verschiedenen Höhenstufen bezogen wird, lässt sich dieselbe Sorte rund drei Monate lang ohne Unterbrechung verladen.

Für den Einkauf bedeutet das: Im Juni ist die Auswahl an Kalibern am größten. Spät in der Saison ist weniger Konkurrenzware am Markt, was Kirschen aus Hochlagen einen eigenen Wert gibt.

Kaliber: ab 22 mm

Kirschen werden nach Durchmesser sortiert. Die Sortierung beginnt bei 22 mm und setzt sich über 24, 26 und 28 mm und größer fort. Der Lebensmitteleinzelhandel verlangt in der Regel 26 mm und mehr; das Kaliber bestimmt den Preis ebenso wie das Bild im Regal. Sortiert wird nach dem bestellten Kaliber, und die Streuung innerhalb eines Kartons bleibt gering.

Ernte und Hydrocooling am selben Tag

Gepflückt wird in der Morgenkühle, mit Stiel. Schalenfarbe und lösliche Trockensubstanz zeigen die Erntereife an. Die Früchte erreichen den Packbetrieb noch am selben Tag und werden mit Wasser gekühlt. Kaltes Wasser senkt die Kerntemperatur weit schneller als Luft. Dieser Schritt hält den Stiel grün und bremst Fäulnis von Anfang an.

Auf die Kühlung folgen Auslese, Sortierung und Verpackung. Die beiden häufigsten Mängel bei Kirschen sind Dellen (Pitting) und Druckstellen. Beide entstehen durch Stöße: Prallt eine Kirsche auf, brechen die Zellen unter der Schale zusammen, und die Delle zeigt sich erst Tage später. Die Fallhöhen an der Linie werden deshalb gering gehalten.

Lagerung: 0 °C bei 90–95 % Luftfeuchte

Die optimale Lagertemperatur für Kirschen liegt bei −0,5 °C (± 0,5 °C), die relative Luftfeuchte bei 90–95 %. Die hohe Luftfeuchte ist vor allem für den Stiel wichtig, der in trockener Luft binnen Tagen braun wird.

Für entfernte Märkte kommen im Karton MAP-Beutel (modifizierte Atmosphäre) zum Einsatz. Bewährt haben sich 3–10 % Sauerstoff und 10–15 % Kohlendioxid; erhöhtes Kohlendioxid unterdrückt Fäulnis. Rhizopus-Fäule entwickelt sich erst ab 5 °C, die richtige Temperatur allein hält sie also auf. Grauschimmel dagegen wächst selbst bei 0 °C langsam weiter. Verletzte Früchte dürfen deshalb gar nicht erst in den Karton gelangen. Die gesamte Temperaturführung beschreibt unser Beitrag zur Kühlkette im Export von Obst und Gemüse.

Verpackung

Kirschen werden im Karton 40 × 60 × 10 cm verpackt. Der flache Karton verhindert, dass die Früchte unter ihrem eigenen Gewicht gequetscht werden. Im Karton wird je nach Kundenwunsch lose oder in Verbraucherschalen gepackt.

Checkliste für die Eingangskontrolle

Bei Ankunft ist zu prüfen: Sind die Stiele grün und prall? Ist die Frucht fest? Ist die Farbe im Karton einheitlich? Gibt es Risse oder Vogelfraß? Sind Dellen zu sehen? Beim Geschmack entscheidet das Verhältnis von Zucker zu Säure.

Jede Partie für Europa wird auf Rückstände untersucht. Wie die Grenzwerte funktionieren, erklärt unser Beitrag zu den Rückstandshöchstgehalten bei Obst und Gemüse.

Kirschen-Export: von der Ernte bis zur Verladung

Der Export von Kirschen aus der Türkei läuft in sechs Schritten: Ernte, Kühlung, Sortierung, Verpackung, Kühllagerung und Versand in geschlossener Kühlkette. Als Kirschen-Exporteur und Lieferant aus der Türkei führt Hatipoğlu Tarım alle Schritte in den eigenen Betrieben aus, aus einer Hand. Bei der Zuteilung von Exportware werden Zielmarkt, Vertriebskanal und Transitzeit des Kunden gemeinsam betrachtet; jede Partie für Europa wird zusätzlich auf Rückstände untersucht.

Für ein Angebot benötigen wir sechs Angaben: Sorte, Kaliber, Verpackung, Wochenmenge, Lieferwoche und Bestimmungsland. Liegen sie vor, erstellen wir Verladeplan und Angebot.

Hatipoğlu Tarım exportiert seit 2002 frisches Obst und Gemüse aus Antalya. Unter der Marke FİNİKE gehen 128 Produktlinien in 42 Länder; Ernte, Sortierung, Kühllagerung und Versand laufen in fünf eigenen Betrieben in Serik, Kepez, Mavikent, Yenişehir und Alaşehir zusammen.

Nennen Sie uns Kaliber, Verpackung und Lieferwoche — wir senden Ihnen den Saisonplan und den Preis.