Zitronen aus der Türkei: Sorten, Saison und Lagerung

Zitronen aus der Türkei: Sorten, Saison und Lagerung
BeiträgeSeptember 17, 2026·4 Min. Lesezeit

Unter allen Zitrusfrüchten hat die Zitrone den längsten Kalender. Mit der richtigen Sorte und der richtigen Lagerung lässt sie sich in jedem Monat des Jahres verladen. Voraussetzung ist, die passende Temperatur zu kennen, denn Zitronen vertragen keine Kälte. Dieser Leitfaden führt Importeure durch Sorten, Saison, Lagerung, Aufbereitung und Qualität.

Zwei Sorten, zwei Aufgaben: Interdonato und Lamas

Der türkische Zitronenexport stützt sich auf zwei Sorten.

Interdonato ist die frühe Sorte, die die Saison eröffnet. Die Frucht ist länglich, die Schale dünn und glatt, sie hat nur wenige Kerne. Auf den europäischen Markt kommt sie als erste Zitrone der neuen Saison. Sie bleibt nicht lange am Baum, sondern wird geerntet und zügig versandt.

Lamas, benannt nach einem Ort im Bezirk Erdemli in Mersin, ist die Sorte der Hauptsaison. Die Schale ist dicker, der Saftgehalt hoch, die Säure ausgeprägt. Ihr eigentlicher Wert liegt in der Lagerfähigkeit: Im Winter geerntete Lamas lassen sich monatelang lagern und den ganzen Frühling und Sommer über verladen.

Im Zitronenprogramm von Hatipoğlu Tarım wird zu Saisonbeginn Interdonato, danach Lamas nach Größe, Farbe, unversehrter Schale und Reife ausgewählt.

Saison: Ernte von August bis März, Lieferung ganzjährig

Die Haupternte läuft von August bis März. Interdonato beginnt im Spätsommer; es folgen mittelfrühe Sorten und über den Winter Lamas. Von April bis zur neuen Ernte schließt Lamas aus kontrollierter Lagerung die Lücke. So lässt sich ein Ganzjahresprogramm mit einem einzigen Lieferanten aufbauen.

Wie der Kalender über alle Zitrusarten hinweg funktioniert, zeigt unser Beitrag zu Zitrusexport und Erntesaisons.

Lagerung: 12–14 °C bei 90–95 % Luftfeuchte

Die optimale Lagertemperatur für Zitronen liegt bei 12–14 °C, die relative Luftfeuchte bei 90–95 %. Je nach Sorte, Reifegrad bei der Ernte und Anbaugebiet können Lagerung und Transport zusammen bis zu sechs Monate dauern. Dunkelgrün geerntete Zitronen halten am längsten; voll ausgefärbte Früchte müssen schneller vermarktet werden.

Unterhalb dieses Bereichs kommt es zu Kälteschäden. Anzeichen sind eingesunkene Stellen in der Schale, Verfärbungen der Segmenthäute und rötliche Flecken. Auf mittlere bis schwere Kälteschäden folgt meist Fäulnis. Wer Zitronen auf dieselbe Temperatur stellt wie Äpfel oder Trauben, verliert deshalb die Partie; bei Mischladungen muss sich die Temperatur nach der Zitrone richten.

Wird Ethylen aus dem Lager entfernt, verlangsamen sich Alterung und Fäulnis. In kontrollierter Atmosphäre verzögern 5–10 % Sauerstoff und 0–10 % Kohlendioxid den Verlust der grünen Farbe.

Ernte und Ölflecken

Zitronen werden mit der Schere geschnitten, der Stiel bleibt kurz. Wichtig ist unter anderem die Uhrzeit. Wird die Frucht prall geerntet, also bei Morgentau oder nach Regen, platzen die Öldrüsen in der Schale schon bei geringstem Druck. Das austretende Öl schädigt das umliegende Gewebe und hinterlässt Tage später braune Flecken. Dieser Mangel heißt Ölfleckenkrankheit (Oleocellosis). Die Vorbeugung ist einfach: Geerntet wird erst, wenn die Früchte trocken sind, und die Kisten werden nicht überfüllt.

Aufbereitung: Waschen, Wachsen, Sortieren

Im Packbetrieb werden die Zitronen gewaschen, gewachst, nach Größe sortiert und in der Stückzahl gepackt, die der Kunde vorgibt. Das Wachs ersetzt die natürliche Schutzschicht, die beim Waschen verloren geht, und verringert den Wasserverlust. Standardgebinde ist die Kunststoffkiste 30 × 50 × 22 cm. Das Kaliber wird als Stückzahl je Kiste angegeben; der Einzelhandel bevorzugt mittlere Größen, die Gastronomie große, saftreiche Früchte.

Die Hauptursachen für Lagerverluste bei Zitronen sind Grünschimmel und Blauschimmel. Grünschimmel dringt über Verletzungen der Schale ein; Blauschimmel kann auch die unverletzte Schale durchdringen und greift von einer Zitrone auf die nächste über. Der eigentliche Schutz ist deshalb eine sorgfältige Ernte: Je weniger Schnitte, Kratzer und Druckstellen, desto geringer der Verlust.

Checkliste für die Eingangskontrolle

Bei einer Zitronenpartie prüft man die Intensität der gelben Farbe und ihre Einheitlichkeit in der Kiste, außerdem Größe, Form, Glätte der Schale, Festigkeit und Saftgehalt. Als Mängel gelten Fäulnis, Schalenflecken, Schrumpfung und mechanische Schäden.

Zitronen-Export: von der Ernte bis zur Verladung

Der Export von Zitronen aus der Türkei läuft in sechs Schritten: Ernte, Kühlung, Sortierung, Verpackung, Kühllagerung und Versand in geschlossener Kühlkette. Als Zitronen-Exporteur und Lieferant aus der Türkei führt Hatipoğlu Tarım alle Schritte in den eigenen Betrieben aus, aus einer Hand. Bei der Zuteilung von Exportware werden Zielmarkt, Vertriebskanal und Transitzeit des Kunden gemeinsam betrachtet; jede Partie für Europa wird zusätzlich auf Rückstände untersucht.

Für ein Angebot benötigen wir sechs Angaben: Sorte, Kaliber, Verpackung, Wochenmenge, Lieferwoche und Bestimmungsland. Liegen sie vor, erstellen wir Verladeplan und Angebot.

Hatipoğlu Tarım exportiert seit 2002 frisches Obst und Gemüse aus Antalya. Unter der Marke FİNİKE gehen 128 Produktlinien in 42 Länder; Ernte, Sortierung, Kühllagerung und Versand laufen in fünf eigenen Betrieben in Serik, Kepez, Mavikent, Yenişehir und Alaşehir zusammen.

Nennen Sie uns Sorte, Kaliber und Liefermonat — wir senden Ihnen den Saisonplan und den Preis.